Der KI-Einsatz im Unternehmen ist wahrscheinlich eines der Themen, über das sich alle Manager Gedanken machen. Doch nur wenige teilen wirklich, wie sie dabei vorgehen. Im vergangenen Juni hielt unser CEO Christophe Saam einen Vortrag auf einer von INNOVAUD und AI Swiss organisierten Konferenz zum Thema «Nützliche KI für KMU – eine Gebrauchsanweisung». Dabei präsentierte er konkret, wie P&TS KI intern auf durchdachte und sichere Weise einsetzt.
Ein besonders anspruchsvolles Umfeld
Bei P&TS, einer der führenden Schweizer Beratungsfirmen für Innovationsschutz, ist jedes Datum von Natur aus sensibel. Angemeldete Patente, Schutzstrategien für Innovationen, Informationen über Erfindungen: Die Daten, die wir täglich verarbeiten, unterliegen dem strengsten Berufsgeheimnis.
Ein ungesicherter KI-Einsatz war daher undenkbar. Ebenso wenig war es eine Option, einer so transformativen Technologie mit dem Hinweis auf Risiken fernzubleiben. Das Ziel lag anderswo: KI so einzusetzen, dass sie wirklich nützlich ist, einen messbaren Mehrwert für unsere Teams schafft und dabei die Vertraulichkeit unserer Klienten nie gefährdet.
Casparoff: eine massgeschneiderte KI-Schnittstelle
Um dieses Ziel zu erreichen, hat P&TS «Casparoff» entwickelt: eine einzigartige, KI-gestützte Weboberfläche, die es ermöglicht, auf alle Unternehmensdaten zuzugreifen und diese in natürlicher Sprache abzufragen. Ein Werkzeug, das von A bis Z in unserer eigenen Umgebung, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt wurde.
Eine agile Methode, vom MVP zur kontinuierlichen Verbesserung
Was das Casparoff-Projekt auszeichnet, ist ebenso die Methode wie das Ergebnis. Anstatt ein schwerfälliges Technologieprojekt mit einem umfassenden Pflichtenheft zu starten, entschied sich P&TS für einen grundlegend anderen Ansatz:
- Schneller Start: Ein bewusst minimalistisches Pflichtenheft und ein erstes MVP, das nach nur einer Entwicklungswoche intern getestet wurde
- Dediziertes Talent: Timo Blattner, frisch von der Universität abgeschlossen, wurde eigens für die Leitung der Entwicklung eingestellt
- Bottom-up-Ansatz: Die künftigen Nutzer werden in jede Phase der Produktentwicklung einbezogen
- Governance: Ein Lenkungsausschuss, darunter Charles-Edouard Bardyn und Mitarbeiter von P&TS, legt die Prioritäten fest und gibt die Richtung vor
Das Ziel war nicht, bestehende Prozesse zu reproduzieren und hier und da KI einzufügen, sondern zu identifizieren, wo KI wirklich etwas verändern kann.
Datensicherheit: drei nicht verhandelbare Säulen
Die Datensicherheit war der rote Faden der gesamten Vorgehensweise. Ein ernst genommener KI-Einsatz im Unternehmen erfordert klare Entscheidungen. P&TS stützte sich auf drei grundlegende Achsen:
- Vertraulichkeit: Kein Training der Modelle auf unseren Daten, keine dauerhafte Speicherung von Prompts oder Antworten ausserhalb unseres Perimeters, strikte Beschränkung der übermittelten Informationen und Verschlüsselung aller Zugriffe.
- Datensouveränität und -lokalisierung: Keine Daten dürfen ausserhalb der Schweiz oder der Europäischen Union gespeichert oder verarbeitet werden. Die Zuständigkeit des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) wird vertraglich von allen beteiligten Partnern anerkannt.
- Technologische Unabhängigkeit: P&TS hat sich nicht an ein bestimmtes LLM gebunden und bewahrt damit seine Wahlfreiheit und Anpassungsfähigkeit angesichts der schnellen Marktentwicklung.
Diese Anforderungen wurden nach einer doppelten Logik formalisiert: by design, von Anfang an in die Gestaltung der Schnittstelle integriert, und vertraglich mit allen Projektpartnern.
Eine Erfahrung, die unseren Klienten direkt zugutekommt
Das Casparoff-Projekt ist nicht nur eine interne Übung: Es bereichert direkt den Mehrwert, den P&TS den begleiteten Unternehmen bietet. Diese konkrete Erfahrung im KI-Einsatz im Unternehmen ergänzt eine Expertise, die bereits einen Unterschied macht: die des Computerrechts und der KI.
Pionierexpertise: wo Recht auf Technologie trifft
Was P&TS in der rechtlichen Begleitung von KI-Projekten auszeichnet, ist eine doppelte Kompetenz, die nur wenige Kanzleien vorweisen können. Wir begnügen uns nicht damit, die auf KI anwendbaren Vorschriften zu beherrschen: Wir verstehen auch die konkreten technischen und technologischen Herausforderungen, mit denen unsere Klienten konfrontiert sind.
Dieser juristisch-technische Ansatz ermöglicht es uns, über rein rechtliche oder regulatorische Beratung hinauszugehen. Wir helfen Unternehmen dabei, sich in den geltenden Vorschriften zurechtzufinden, ethische Praktiken für die Entwicklung und den Einsatz ihrer KI-Systeme einzuführen und die Transparenz, Fairness und Verantwortlichkeit in jeder Phase ihrer Projekte zu gewährleisten.
Umfassende Begleitung, von der Strategie bis zur Governance
Konkret deckt unsere Begleitung im KI-Recht das gesamte Spektrum der Unternehmensbedürfnisse ab:
- Verträge und Vereinbarungen: Ausarbeitung und Verhandlung aller KI-bezogenen Vereinbarungen, von Technologielizenzen bis zu Forschungspartnerschaften, zum langfristigen Schutz Ihrer Interessen.
- Regulatorische Compliance: Sicherstellung, dass Ihre KI-Systeme die lokalen und internationalen gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sowie Begleitung bei Ihren Zertifizierungsverfahren.
- Risikomanagement und Haftung: Identifizierung der rechtlichen und ethischen Risiken Ihrer Projekte.
- Schulung und Sensibilisierung: Schulung Ihrer Teams (technisch und leitend) zu den rechtlichen, ethischen und regulatorischen Fragen der künstlichen Intelligenz.
- Best Practices und Audit: Unterstützung bei der Entwicklung von KI-Lösungen, die die Anforderungen an Vertraulichkeit, Transparenz, Unabhängigkeit und Souveränität erfüllen, mit Audit und Empfehlungen zur Absicherung Ihrer Implementierungen.
- Governance: Festlegung von Nutzungsregeln, Klärung interner Verantwortlichkeiten und rechtliche Begleitung bei der Steuerung Ihrer KI-Entwicklungsprojekte.
Der Unterschied, den praktische Erfahrung macht
KI intern eingesetzt zu haben (mit den Anforderungen an Vertraulichkeit, den technologischen Abwägungen und den konkreten regulatorischen Anforderungen, die das mit sich bringt) hat uns ermöglicht, eine einzigartige Expertise zu entwickeln. Dies erlaubt es uns, unsere Klienten mit einem echten Mehrwert beim Einsatz von künstlicher Intelligenz zu begleiten, sei es ein Start-up, eine KMU oder ein multinationales Unternehmen.


